Auf den folgenden Seiten gibt’s jede Menge Infos zum Winterkurs. Da das Projekt jedoch so ungewöhnlich und vielfältig ist, lässt es sich eigentlich kaum komplett beschreiben… Wer mehr wissen will, sollte daher nicht zögern, persönlich mit uns Kontakt aufzunehmen.

Kurz + knapp

  • Der Winterkurs „moving times” ist ein Projekt für 18- bis 25-Jährige – sozusagen
    ein „persönliches Wintersemester”.
  • Er findet jährlich von November bis März statt.
  • 20 sehr unterschiedliche junge Erwachsene nehmen daran teil.
  • Sie leben und lernen in diesem Zeitraum gemeinsam in den Gebäuden des
    Evangelischen Bildungszentrums Hermannsburg.
  • Das Programm ist ganztägig und wird ganz stark von den Teilnehmenden selbst
    mitgestaltet: Der Kurs ist ihr Projekt.
  • Inhaltliche Schwerpunkte sind: Beruf und Bewerbung, Politik und Soziales, Psychologie
    und Kommunikation, Sinn und Spiritualität sowie Kultur und Abenteuer. Details

Bildungsidee

„moving times” ist ein außerordentlich vielseitiges Bildungsprojekt mit skandinavischen Wurzeln und christlichem Hintergrund.

Grundidee: Finde heraus, was in dir steckt!”

Das Projekt ist in dieser Form einzigartig in Deutschland (mit zwanzig jungen Leuten siebzehn Wochen lang zusammenleben, erwachsenengemäß und selbstverantwortet lernen, keine Prüfungen). Du erlebst Solidarität, Vertrauen, Freiheit. Du erkundest einen Möglichkeitsraum, kannst ausprobieren, was dich weiterbringt. Du kommst zu dir selbst. Ihr seid gemeinsam unterwegs, gestaltet gemeinsam eure Projekte. Viele, die mitgemacht haben, sagen: „Der Kurs hat mein Leben verändert!“

Dem gesellschaftlichen Druck, schnell getaktet und fremdbestimmt durch Schule, Ausbildung und Studium zu eilen, setzt „moving times” ein andere Logik entgegen: Gönne dir die beste Zeit deines Lebens! Lebe wesentlich statt gelebt zu werden. Erkenne deinen Rhythmus, deine Lebensmelodie. Denke selbst. Lass dich  ruhig mal auf einen „Umweg” ein. Denn: „Wer nie vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke.“

Auf den Punkt gebracht – darum geht’s:

Deine Ziele

Herausfinden und klären, was fürs eigene Leben wesentlich ist: Worin bist du gut, wo liegen deine Potenziale? Wofür möchtest du (ein)stehen? Woran glaubst du? Was willst du beruflich machen, welche Weichen sind zu stellen, was sind die nächsten Schritte?

 

Deine Erlebnisse

Intensive Erfahrungen: Zusammenleben mit Freunden, Glücksmomente, Dynamik und Action, was auf die Beine stellen, spannende Lernprojekte gestalten, Lernen mit Lust, neue Talente entdecken, sich selbst herausfordern.

 

Deine Kompetenz

Fähigkeiten vertiefen, auf die es in Beruf und Beziehungen ankommt: gekonnt kommunizieren, Teamprozesse gestalten, Konflikte austragen, persönliche Entscheidungen angehen. Außerdem: Sich ein Bild von der Welt machen – Durchblick für’s aktuelle Zeitgeschehen – die politische Allgemeinbildung erweitern.

Teilnehmer

Vielfalt ist ein Markenzeichen des Kurses – das gilt auch für die Teilnehmenden selbst: Mal hört man einen bayrischen, mal einen sächsischen, norddeutschen oder Ruhrpott-Slang. Einige Kursteilnehmer kommen aus anderen Ländern, z.B. Russland oder Südafrika. Die Schulabschlüsse, die religiösen Prägungen, die Musik-Vorlieben, die politischen Ansichten – all das ist überhaupt nicht einheitlich. In dieser Vielfalt liegen unermessliche Chancen, voneinander zu lernen.

Auch die Motive zur Teilnahme überlagern sich vielschichtig:

  • Manche wollen sich über die ureigenen Lebensziele, ihre Berufswünsche oder ihre noch schlummernden Talente klarer werden.
  • Bei vielen steht die Lust im Vordergrund, eine ganz intensive, emotionale, unvergessliche Zeit mit Gleichaltrigen zu verbringen.
  • Einige haben sich ganz bewusst für ein Gap Year entschieden, um nach einem Ausbildungsabschnitt (z.B. nach dem Abi, der Berufsausbildung oder dem Bachelor) erst mal „über den Tellerrand zu schauen“, sich umfassender zu orientieren und nicht sofort wieder im nächsten „Hamsterrad“ festzusitzen.
  • Andere nehmen sich dieses knappe halbe Jahr, um sich nach einer besonderen biographischen Erfahrung (z.B. Studienabbruch) neu auszurichten.
  • Einzelne, die den erträumten Ausbildungs-, Arbeits- oder Studienplatz im ersten Anlauf nicht erhalten haben, nutzen die Winterkurszeit als eine geniale Überbrückungs- und Qualifizierungsmöglichkeit.


Manche kommen direkt von der Schule, andere haben eine Ausbildung fertig, und etliche haben bereits einige Studiensemester hinter sich.

Auf dem oberen Bild ist Anneliese aus Namibia und ihr erster Schnee zu sehen. Darunter Alex aus Russland als Schauspieler und auf dem dritten Bild eine Selbstverteidigungsübung.

leben + lernen

Der Winterkurs „moving times” ist ein spannendes Gemeinschaftsexperiment.

Wenn du am Kurs teilnimmst, lebst du fünf Monate lang in einer bunt gemischten Gruppe von rund 20 jungen Leuten unter einem Dach. Du teilst mit den anderen Aktivitäten und Alltag, Glück und Frust.

Dieses „Leben und Lernen unter einem Dach” ist ein zentrales Anliegen im Kurskonzept.

Wenn du 17 Wochen lang Tür an Tür mit den anderen zusammenlebst, lernst du sie ziemlich gut kennen und musst dich mit ihnen und mit dir selbst auseinandersetzen. Du erfährst viel von den Stärken und Macken der Mitbewohner – und auch sehr viel über dich selbst. Durch all die Auseinandersetzungen hindurch wächst das Vertrauen, und mit der Zeit entstehen tiefe Freundschaften.

Das „Leben und Lernen unter einem Dach” ist für die meisten, die dabei waren, wahrscheinlich die prägendste Erfahrung des ganzen Kurses.

Wurzeln

Bereits im 19. Jahrhundert entwickelte sich mit der dänischen „Folkehøjskole” die Urform unseres Winterkurses.

Die Folkehøjskole-Bewegung prägte fortan Kultur und Gesellschaft in ganz Skandinavien – bis heute hin. Die entscheidenden Anstöße zu dieser Entwicklung gab der dänische Theologe und Pädagoge Grundtvig (1783–1872). Er stand dem damaligen Bildungsbetrieb äußerst kritisch gegenüber. Der akademischen Bildung warf er vor, sie sei trocken, blutleer und lebensfern. Er nannte sie eine „Schule zum Tode“ und forderte eine „Schule für das Leben”. Diese sollte, wie er das damals nannte, eine Schule des „lebendigen Wortes” sein, eben keine Buch- und Paukschule. Das Leben in seiner Vielfalt, die Fülle der Lebenserfahrungen sollten zur Sprache kommen, reflektiert werden, zum Lernen anregen und zum Zusammenleben befähigen. (nach: Ev. Heimvolkshochschulen, hg. vom Arbeitskreis Ev. Heimvolkshochschulen im Verband ländlicher Heimvolkshochschulen Deutschlands, 1987)

Weitere Infos zu den skandinavischen Wurzeln von „moving times”:
1. „Grundtvig” (Wikipedia)
2. „Bildung a la Dänemark – lerne lieber ungewöhnlich” (Unispiegel)
3. „Die dänische Folkehøjskole – ein Beispiel”

Mit der Gründung einer Reihe von Heimvolkshochschulen schwappte nach dem Ersten Weltkrieg dieser Bildungsansatz auch nach Deutschland hinüber. Er setzte sich hier aber im Vergleich zu Skandinavien in der Breite lange nicht so stark durch. Der erste Winterkurs in Hermannsburg startete vor nahezu 100 Jahren am 2. November 1919. Georg Haccius, Gründer des heutigen Evangelischen Bildungszentrums Hermannsburg (früherer Name: Niedersächsische Lutherische Heimvolkshochschule Hermannsburg), formulierte damals das Ziel:

„Wir wollen junge Menschen ermutigen, Vertrauen zu wagen und für sich und andere Verantwortung zu übernehmen.”

Viele Generationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben den Kurs seitdem immer wieder neu gestaltet, und viele Generationen von jungen Menschen haben daran teilgenommen. Sehr viele von ihnen fühlen sich bis heute mit der Einrichtung verbunden. Auffällig ist, dass sich viele der ehemaligen Kursteilnehmer hauptberuflich oder ehrenamtlich im sozialen, kirchlichen, ökologischen und politischen Bereich engagieren.

Dazu soll der Winterkurs auch in Zukunft ermutigen. Und für diese gemeinwohlorientierte Ausrichtung wurde „moving times” vor einigen Jahren sogar mit einer bundesweit beachteten Auszeichnung geehrt. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen” (mit dem Bundespräsidenten als Schirmherr) verlieh uns den Titel „Ausgewählter Ort im Land der Ideen”. Hervorgehoben wurde der „zukunftsorientierte, originelle, dem Gemeinwohl verpflichtete” Charakter dieses Projekts.

moving times

… der Markenname

In der Bezeichnung „moving times” klingen gleich mehrere Bedeutungsnuancen an. Sie finden sich alle im Gesamtkonzept des Kurses wieder. Vielleicht kann man die verschiedenen Aspekte so zu einem Satz bündeln:

In den bewegten Zeiten des Übergangs zum Erwachsensein und inmitten einer sich schnell verändernden Welt eine persönliche, eine motivierte Eigenzeit, eine Zeit für Inspiration und Veränderung gestalten, gemeinsam eine bewegende Zeit erleben und die eigenen Fähigkeiten vertiefen, sich aktiv einzumischen, also die Zeiten zu verändern.

5 Pluspunkte – Was dir „moving times“ bringt:


Am Ende des Kurses…

  • weißt du, wo du beruflich einmal hin willst.
  • siehst du, was in dir steckt und worin du gut bist, welche Werte dir wichtig sind und wofür du dich einsetzen willst.
  • bist du noch einmal ein gutes Stück selbstsicherer geworden und hast an Ausstrahlung gewonnen.
  • hast du es drauf in Sachen Kommunikation, Teamentwicklung und Beziehungsgestaltung.
  • sagst du: „Hier habe ich richtig gute Freunde gefunden. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens!“

Diesen Stand erreichen die weitaus meisten derjenigen Teilnehmenden, die den Kurs nutzen, um eigenverantwortlich und lösungsorientiert an ihren Themen zu arbeiten. Frage sie doch selbst!

Ehemalige berichten

 

 

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