Heimvolkshochschule Hermannsburg

Wir über uns
Unser Leitbild
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Qualitätsmanagement

Unser Leitbild

  1. Woher wir kommen und wie wir eingebunden sind

  1. Was uns prägt und woran wir uns orientieren

  1. Wie wir unser Bildungsangebot beschreiben

  1. Wie wir miteinander arbeiten und umgehen wollen

  1. Wie wir wirtschaften und zukünftige Herausforderungen bestehen wollen


Vorwort


Das Leitbild dient dazu, das Ganze unserer Arbeit im Blick zu behalten. Es hilft uns, unsere Identität und Zufriedenheit zu finden und profiliert unsere Einrichtung in der Öffentlichkeit.

In Leitsätzen wird beschrieben, was die wichtigsten Grundüberzeugungen und gemeinsamen Werte unserer HeimVolkshochschule sind.

Das Leitbild soll deutlich machen:

  • Wer wir sind und was uns unverwechselbar macht

  • Woher wir kommen und wohin wir uns bewegen

  • Was uns verbindet und wie wir gemeinsam arbeiten.

Zwischen Leitbildanspruch und Alltagsrealität wird es immer wieder Unterschiede geben. Sie zeigen uns, dass wir Menschen sind, die Fehler machen dürfen. Wir lernen gemeinsam, wo wir gut sind oder wo wir noch besser werden können.

Unsere Arbeit und ihre Rahmenbedingungen verändern sich ständig. Auch das Leitbild ist offen für Entwicklungen.

In allen Veränderungen bleibt die Orientierung an den grundlegenden christlichen Wertvorstellungen und der sich daraus ergebenden „Bildung zum Leben“.

 

1. Woher wir kommen und wie wir eingebunden sind

Die Niedersächsische Lutherische HeimVolkshochschule Hermannsburg ist die älteste evangelische ländliche Heimvolkshochschule (HVHS) Deutschlands. Sie wurde 1919 vom Hermannsburger Missionsdirektor Georg Haccius gegründet. In Anlehnung an dänische Vorbilder war es sein Ziel, im Zuge des demokratischen Aufbruchs nach dem Ende des 1.Weltkriegs junge Leute auf dem Land durch ein allgemeines christliches Bildungsangebot zu stärken. Haccius wollte Menschen befähigen Verantwortung zu übernehmen - für sich und andere, in Gesellschaft und Kirche.

Die Erfahrungen im gemeinsamen „Leben und Lernen unter einem Dach“ in den mehrmonatigen Kursen im Bildungshaus wurden seitdem prägend für junge Erwachsene.

Die enge Verbindung von Ehemaligen und Freunden zu ihrer Bildungseinrichtung wurde bereits 1920 deutlich in der Gründung des „Vereins für die Nieders. Luth. Volkshochschule in Hermannsburg e.V.“.

Persönlichkeitsentwicklung und Ermutigung zum Engagement durch lebensbegleitende Bildung mit einem Haus der Erwachsenenbildung sind wesentlich geblieben für das wegweisende pädagogische Konzept unserer HeimVolkshochschule.

Die Bildungsarbeit geschieht im rechtlichen Rahmen und in der Trägerschaft des Evangelisch- lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen (ELM) als „Einrichtung mit gesonderter Rechnungsführung“ in gemeinsamer Verantwortung mit dem Verein.

Die Evangelisch- lutherische Landeskirche Hannovers fördert die Arbeit durch ihre Unterstützung und Beratung.

Wir sind eine staatlich anerkannte Weiterbildungseinrichtung.

Neben der HVHS-verbandlichen Einbindung auf Kirchen-, Landes- und Bundesebene arbeiten wir mit einigen ländlichen Heimvolkshochschulen in Niedersachsen in einem Qualitätsverbund zusammen.

 

2. Was uns prägt und woran wir uns orientieren

Wir sind eine Niedersächsische Lutherische Bildungseinrichtung in Hermannsburg in der Südheide.

Wir sind bewusst in der Region verankert.

  • Tradition und Kultur der Menschen in der Heide,

  • die Hermannsburger Mission und die Kirchen,

  • die Erfahrungsgeschichte von der frühen Demokratie bis zur offenen Gesellschaft

machen uns sensibel und tolerant gegenüber anderen Geschichten anderer Menschen. Weltweite Beziehungen verbinden sich mit dem kulturellen und geistlichen Leben in unserem Dorf.

Wir sehen im christlichen Glauben eine erneuernde Kraftquelle.

Wir verstehen das Evangelium, die biblische Nachricht von der menschgewordenen Liebe Gottes, als Einladung zu einer umfassenden Neuorientierung. Sie wird dort leichter, wo Vertrauen wohnt und wo ein Mensch die Erfahrung machen kann, willkommen zu sein. Gastfreundschaft schafft ein solchen Ort des Evangeliums, wo ein Mensch angenommen ist, wie er ist - und gerade darum nicht bleiben muss, wie er ist. Zu dieser Kultur des Vertrauens gehören der ehrliche Streit um die Wahrheit und die gemeinsame Suche nach Wegen der Gottesbegegnung.

 

3. Wie wir unser Bildungsangebot beschreiben

Die HeimVolkshochschule versteht sich im Hermannsburger Horizont der weltweiten Ökumene als ein Lernort für Verantwortung, als Frei-Raum des geborgenen Miteinanders, wo über den Verstand und mehr noch durch Erfahrung und Vertrauen miteinander die Sinne geschärft werden. Freiheit und Bindung, Alltag und Glaube, Leben und Lernen sollen zusammenkommen.

Auf dem Bildungsmarkt stehen die Kurse, Seminare und Tagungen, die wir in eigener pädagogischer Verantwortung anbieten, für wert- und gemein-wohlorientierte Bildung. Berufsbezogene Qualifizierung und personen-bezogene Orientierung gehen ineinander über und sind lebensbegleitend aufeinander bezogen.

Neben unserem klassischen mehrmonatigen Heimvolkshochschulkurs für junge Erwachsene engagieren wir uns im zweiten Bildungsweg.

Mit der Zuordnung zu Kompetenzbereichen, die durch hauptamtliches pädagogisches Personal vertreten werden, bündeln wir Themen, beschreiben Arbeitsfelder und fassen Zielgruppen zusammen:

  • Leitung und Beratung

  • Glaube und Leben

  • Soziales und Politik

  • Kunst und Kultur

  • Familie und Arbeit.

Wir gestalten unsere im jährlichen ProgrammBuch vorgestellten Bildungsangebote so, dass die Teilnehmenden durch die Inhalte, die Arbeitsformen und die Beziehungen persönlich angesprochen werden und sich für Veränderungen öffnen können. Wir unterstützen diesen Bildungsprozess durch die bewusste Gestaltung des äußeren Rahmens und die individuelle Kontaktpflege zu Teilnehmenden und Gästen. Sie erfahren die HeimVolkshochschule als einen außergewöhnlichen, lebendigen und verlässlichen Ort der Begegnung, Besinnung und Ermutigung.

Als gastfreundliches Bildungshaus und Tagungszentrum bieten wir allen, die eigene Veranstaltungen planen oder mit uns kooperieren wollen, unsere Möglichkeiten in Haus und Küche, Pädagogik und Verwaltung als Dienstleistung an.

Auf dem Weg in die Zukunft sehen wir die HeimVolkshochschule stärker als bisher auch als Plattform, von der Impulse ausgehen z.B. zur Weiterentwicklung der Region, zur Vernetzung gemeinwesenorientierter Initiativen und Projekte, zur Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements.

 

 

4. Wie wir miteinander arbeiten und umgehen wollen


Was wir anderen vermitteln wollen, soll auch unser Miteinander bestimmen in der Mitarbeiterschaft der HeimVolkshochschule, in den Gremien, in der Zusammenarbeit mit Förderern und Trägern, in der Altschülerschaft:

  • Wir hören einander zu und pflegen eine offene Kommunikation

  • Wir haben Zeit zum Austausch

  • Wir setzen gemeinsam Ziele und akzeptieren Leitung

  • Wir können um Hilfe bitten, Hilfe annehmen und uns überraschen lassen

  • Wir vertrauen einander und respektieren uns gegenseitig in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen

  • Wir loben und kritisieren und bedanken uns, weil wir uns wertschätzen

  • Wir besprechen und klären Konflikte

  • Wir können einander vergeben.


Was wir mit unseren Bildungsangeboten bewirken möchten, wollen wir auch selber leben:

  • Eigene Verantwortungsbereiche stärken und Verantwortung für das Ganze übernehmen

  • Sich ehrenamtlich engagieren in Initiativen, Projekten, Vereinen, Parteien, in Staat, Kirche und Mission

  • Jungen Menschen in Ausbildung oder ohne Arbeit und Beruf Zukunftschancen eröffnen

  • Beziehungen pflegen und informiert sein.


Entscheidende Quellen für den Erfolg unserer HeimVolkshochschule sind das fachliche Können und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Rahmen eines Pilotprojektes „Personalentwicklungsgespräche“ der Landeskirche Hannovers wird ein Verfahren erprobt, in dem die Arbeitssituation besprochen, Rückmeldungen gegeben, Ziele vereinbart und die regelmäßige Teilnahme an geeigneten Fortbildungsangeboten verabredet werden.

 

 


5. Wie wir wirtschaften und zukünftige Herausforderungen bestehen wollen


Wirtschaftliches Handeln stellt eine grundlegende Bedingung dar, um unseren Bildungsauftrag finanziell abzusichern und so langfristig erfüllen zu können. Mit den Geld- und Sachmitteln gehen wir sorgsam

um und bemühen uns, einträglich zu arbeiten.

Diese Haltung erwächst aus unserer Verantwortung für das, was uns anvertraut ist, und sie gründet in der Wertschätzung, die wir Gästen, öffentlichen, kirchlichen und privaten Geldgebern und Spendern entgegenbringen.

Das heißt

  • Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Arbeitsbereichen gehen verantwortungsbewusst mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln um und sind bereit, flexibel zu arbeiten.

  • Wir wirtschaften umweltschonend, energiesparend und streben Nachhaltigkeit an.

  • Wir achten auf Durchschaubarkeit bei den Seminargebühren und bei den Kostenstellen des Haushaltsplans. Wir überprüfen regelmäßig unsere Kosten am Maßstab von Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit.

  • Wir bieten unsere Leistungen so an, dass auch Menschen mit geringerem Einkommen an unseren Bildungsangeboten teilnehmen können.

  • Wir führen eine regionale und saisonale Küche.


Um von einer Unterstützung aus öffentlichen Mitteln zunehmend unabhängiger zu werden, bemühen wir uns, zusätzliche Geldquellen zu erschließen.

Um die Bildungsarbeit der HeimVolkshochschule zu verstetigen, wird die „Georg-Haccius-Stiftung gegründet.

 

 

Leitbildentwicklung

 

Die Leitbildentwicklung ist ein Baustein unseres Qualitätsmanagements. Die dokumentierte Arbeit am vorliegenden Leitbild begann mit einer gemeinsamen Klausur der Konferenzrunde der HVHS mit Schul- und Vereinsvorstandsmitgliedern am 12. und 13. Mai 2000, extern moderiert von Bernd Breitmaier, Kusterdingen. Der aus den infolge erstellten Teilentwürfen entstandene 1. Entwurf (2. Juli 2001) wurde

  • vorgestellt und diskutiert am 3. Juli 2001 in der jährlichen Klausur aller Mitarbeitenden der HVHS und mit inhaltlichen und redaktionellen Änderungen einmütig verabschiedet.

  • mit der Bitte um Rückmeldungen vorgelegt und entgegengenommen im Vereinsvorstand am 17. August 2001, im Schulvorstand HVHS am 4. September 2001 und am 11. September 2001 im Missionsvorstand ELM.

  • vorgestellt und diskutiert am 1. September 2001 bei JET und Herbsttagung der Ehemaligen und Freunde der HVHS mit Hinweisen zu inhaltlichen und redaktionellen Änderungen.

Der 2. Entwurf (16. Oktober 2001) mit eingearbeiteten Beschlüssen, Vorschlägen und Hinweisen wurde

  • im Schulvorstand HVHS am 17.Oktober 2001 diskutiert und mit der Bitte um einige redaktionelle Änderungen zustimmend zur Kenntnis genommen. Einer Veröffentlichung wird zugestimmt.

  • im Missionsvorstand ELM diskutiert und zur Kenntnis genommen. Der Veröffentlichung wurde mit redaktionellen Änderungsvorschlägen und Ergänzungen zugestimmt.

Stand Februar 2003

 

 

 
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