Heimvolkshochschule Hermannsburg

Gewalt - ein Thema für alle
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Methodische Grundsätze

 

Vier Stichpunkte zur Konzeption der Villigster Trainings

 

 

1.   Nicht verbieten, sondern ausprobieren

  • Kinder haben ein Recht auf ihre eigenen (irrigen) Gedanken, Gefühle, Impulse. Wir sollten ihnen das nicht absprechen. 
  • Das Thema ist im Raum, ob wir es verbieten, verurteilen und verschweigen oder nicht.
  • Erst so, indem wir den eigenen Gewaltanteilen der Schüler einen gewissen Artikulationsraum geben, lassen sich diese Punkte thematisieren und bearbeiten.
  • Und: Nicht alles, was nach Gewalt aussieht, ist auch Gewalt !!!

 

 

2.   Nicht theoretisch beschreiben, sondern praktisch erleben

  • Körperbetonte, handlungsorientierte Übungen, Spiele und Experimente als Ausgangspunkt für Erkenntnisse (Erkenntnisse, die durch den Leib gehen)
  • Ein umgekehrtes Vorgehen würde zu leicht die eigene Person außen vor lassen. (Gewalt ist in besonderer Weise ein Thema emotionalen Lernens und bedeutet Selbsterfahrung in Beziehungen, in Interaktionen.)
  • „Erfahren, begreifen und verstehen, was Wert hat, als Regel taugt und deshalb für alle gelten soll“ (Zitat Villigster Handbuch) – Erfahrungen selber machen. Erfahrungen können nur selten stellvertretend gemacht werden.
  • Pädagogische Chance: situatives Aufgreifen vorhandener (schwelender) Konflikte „hier und jetzt“

 

 

3.   Spielerisches Handeln in der Gruppe im geschützten Raum

  • Die Übungen sollen Spaß machen, es soll fetzen. Es soll kein Leistungsdruck herrschen. Es soll eine gelöste Lockerheit überwiegen, in der es leichter fällt, sich zu positionieren, etwas von sich preiszugeben, Masken abzunehmen.
  • Abbau von Hemmungen

 

 

4.   Verschiedene Handlungsstrategien und deren Wirkungen erfahren

  • Unterschiedliche Wahrnehmungen gegenüberstellen , Polyperspektivität auch in den Wertungen, den Gefühlen – um Konfrontation zu ermöglichen, um empathischer zu werden
  • Z.B. im szenischen Spiel: ausprobieren, ob es das bringt, in Konfliktsituationen auch mal anders zu agieren – ggf. sogar Erweiterung des eigenen Handlungsrepertoires.
  • Probehandeln in der simulierten Situation: Wenn es schief geht, ist es nicht schlimm.

 

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